Valborg, Strand und Fußball

Am Donnerstag war es also dann soweit, der angebliche Höhepunkt des Jahres stand an. Naja, wenn man das mal aufs Trinken und Party machen bezieht, war es das mit Sicherheit auch. Wenn sich bei Sommerwetter 20.000 Studenten im Stadtpark versammeln um einfach nur zu grillen oder trinken, ist das natürlich schon irgendwie beeindruckend. Auch wenn ich bis heute noch nicht so ganz den Grund verstehe, warum man sich da nicht irgendeinen anderen Tag im JAhr als den 30. April aussucht. Eigentlich war es wie auf einem Festival für Gehörlose, die Musik fehlte nämlich. Gegen Nachmittag sind dann viele hier in die Wohnheim-Anlage gekommen. Es gibt ein paar DJs, die sich jedes Jahr ein anderes Wohnheim aussuchen um dort Party zu machen. Dieses Jahr war das Parentesen dran. Im Prinzip gibts von diesem lustigen Tag nicht mehr zu berichten, also nichts absolut erwähnenswertes. Ich hab den Tag bei einem BBQ ausklingen lassen und lag gegen Mitternacht im Bett. Das Problem der Party im Hof des Wohnheims war, dass wir Bewohner dann fürs Aufräumen zuständig waren. Eigentlich haben auch fast alle geholfen, trotzdem war es nicht sehr spannend jede einzelne kleine Glasscherbe aus dem Gras zu picken. Aber ich finde die Aufräum-Moral, wenn es sowas geben sollte, hier in Schweden schon bemerkenswert. Wer sich einen Tag gehen lässt, bügelt das am nächsten Tag meistens auch wieder glatt.

Am Tag darauf ging es dann mit dem Fahrrad zum Strand in Lomma, mehr als 30 Minuten muss man da nicht fahren. Zum Schwimmen ist die Ostsee wirklich noch zu kalt, bis zum Knie konnte man es aber aushalten. Nach Frisbee und Beachvolleyball ging es dann zurück nach Lund.

Gestern war ich dann noch mit dem Holländer aus meiner zweiten Station in Landskrona beim Skånederby Helsingborg IF gegen Malmö FF. Der schwedische Fußball ist wirklich nicht der ansehnlichste, wer spielen kann, macht das in England oder sonst wo in Europa. Die Ausnahme ist Henrik Larsson, der zwar nicht mehr der Jüngste ist, aber immer noch einen guten Ball spielt. Er hat wahrscheinlich mitlerweile genug Geld verdient und liebt seine Heimat Helsingborg. Nach 88 langweiligen Minuten schoss Henke, wie er hier heißt, dann das entscheidene 1:0 ca. 10 Meter von mir entfernt und in den letzten paar Minuten kam dann endlich mal Derby-Stimmung auf. Die unschönen Prügeleien am Rande dürfen leider auch in Schweden nicht fehlen.

So, mit einem Ausblick auf die nächste Woche verabschiede ich mich dann auch wieder. Kristin kommt am Donnerstag, wir haben ein Auto gemietet und fahren am Wochenende durch Småland. Ein Jahr ohne einen Elch in der Wildniss gesehen zu haben geht ja nicht. Hoffen wir mal, dass keiner vors Auto rennt. Weil 7 Tage Mietdauer nicht viel teurer sind als 4, mache ich mit ein paar Leuten aus Lund noch 2-3 Tagestrips in Skåne.

Hälsningar från Lund

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