Brännboll, Elchtest, Bullerbyn und ganz viel Müll

Hejsan,

ereignisreiche Wochen liegen hinter mir und nur noch knapp 3 vor mir. Langsam wirds ernst und ich kann schon fast anfangen meine Koffer zu packen um dann in den Nachtzug zu steigen und Auf Wiedersehen zu sagen. Das ist alles schon ein wenig merkwürdig, besonders die zweite Hälfte ging so schnell rum. Ein bisschen bin ich natürlich auch froh wieder nach Trier/Wesel zu kommen.

Jetzt aber die letzten knapp zwei Wochen. Als Kristin am 7. Mai nach Kopenhagen geflogen ist und wir uns am Flughafen getroffen haben, bin ich recht lustlos in Richtung Innenstadt gefahren. Irgendwann wird auch diese Stadt mal langweilig. Kristin war nicht ganz so fit nach dem Flug morgens um 7 und da sind wir dann auch recht zeitig wieder nach Lund gefahren. Abends konnte ich dann auch noch unser zweites Brännboll-Spiel machen. Das Turnier hat eigentlich ganz gut mit einem Sieg begonnen, allerdings folgten dann 5 Niederlagen und ein entscheidender Sieg am Ende. Alles andere wäre katastrophal gewesen, denn dann hätte das Verlierer-Halbfinal auf uns gewartet. Dazu weiter unten mehr. So sind wir 9. von 16 geworden, graues Mittelmaß würd ich sagen.

Naja, nach einem müden Tag in Kopenhagen hab ich am nächsten Morgen den Mietwagen abgeholt. Irgendwie haben die da einen Fehler gemacht und deswegen stand eine A-Klasse für uns bereit. Wir konnten also wenn man so will den Elch-Test nochmal höchstpersönlich machen. Zumindest dachten wir das, aber einen Elch haben wir in ganz Småland außer in einem Elchpark nicht gesehen. Vielleicht war das auch besser so, sind schon recht mächtige Tiere. Die Trägheit der Tiere lag wahrscheinlich am Gehege. Angefangen haben wir die Rundtour aber nicht bei den Elchen, sondern in Karlskrona. Weiter ging es nach Öland und Kalmar, was wirklich sehr schön war. Öland ist bekannt für seine vielen alten WIndmühlen und den Südteil der Insel, der komplett UNESCO-Weltkulturerbe ist. Nachdem wir Skandinaviens höchsten Leuchtturm bestiegen sind, ging es dann endgültig in die Wälder zu den Park-Elchen. Begrüßt wird man dort im Übrigen vom schwedischen Elch-Königspaar. Karl Gustav hat sich da mal ganz ungeniert an Silvia rangemacht. Wie es sich so gehört in diesem Teil Schwedens haben wir in einer Jugendherberge im Wald am See geschlafen. Auf Öland waren wir übrigens in der angeblichen ältesten Herberge Schwedens untergebracht, alles sehr gemütlich. Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Emil, Lotta und Pippi und all den anderen Stars von Astrid Lindgren. Michel auch Lönneberga heißt nämlich eigentlich Emil, warum wir Deutschen da einen neuen Namen brauchten weiß ich nicht. Wir waren auf jeden Fall in Lönneberga, was nicht so schön ist wie andere “rote Holzhäuser-Dörfer” in der Gegend. Im Geburtsort von Astrid Lindgren ist ein ganzer Freizeitpark voll mit nachgebauten Schauplätzen, der allerdings offiziell noch nicht wieder geöffnet war. Die Tore waren trotzdem auf und wir sind einfach mal reingegangen. Somit haben wir uns auch die 2o Euro Eintritt gespart. Vimmerby hat aber nicht nur den Freizeitpark, sondern auch die richtigen Schauplätze und ein Museum über das Leben von Astrid Lindgren zu bieten. Zum Abschluss des Tages haben wir in Bullerbü halt gemacht. Diese drei Häuser gibt es wirklich und hat die Bullerbü-Syndrom geschädigten Deutschen natürlich komplett befriedigt. Wie im Bilderbuch…

Nach einer etwas längeren Suche wo wir denn unsere nächste Nacht verbringen sollen, sind wir in einem Container-Hostel an einer Autobahn in Jönköping gelandet. Zumindest billig war es… Jönköping hat uns auch nicht wirklich vom Hocker gerissen und wir sind deshalb relativ schnell weiter nach Gränna gefahren. Dieser Touristenort ist ein Mekka für Süßwaren-Liebhaber. Im ganzen Ort sind Polkagris-Küchen verteilt, wo man im Sommer bei der Herstellung dieser Zuckerstangen zuschauen kann. In der Regel sind die Dinger rot-weiß und schmecken nach Pfefferminze, gibts aber auch in vielen anderen Geschmacksrichtungen und Farben. Die letzte Station war Eksjö, einem wirklich wunderschönen Ort mit gaaaanz vielen Holzhäusern. Eigentlich hätten wir gerne in der Jugendherberge dort geschlafen, leider war die aber noch zu. Nicht weit von Eksjö gibt es einen Ausichtspunkt in 300 Meter Höhe, von dem man über weite Teile vom nördlichen Teil Smalands schauen kann. Unterhalb davon liegt eine Schlucht, durch die wir noch gewandert sind. Sehr beeindruckend!

So, ich hab ja schon ein wenig über das Brännboll-Turnier berichtet. Vor einigen Monaten konntet ihr euch ja schon mal bei You-Tube anschauen wie es am Ende des Finales so abgeht. Also eigentlich interessiert sich kaum jemand für das große Finale, viel wichtiger ist das Jumbo-Finale, bei dem es um die Krönung des Turnier-Letzten geht. Nach fünf Stunden Wasserbomben-Schlacht und ausgiebiger Bewässerung des Platzes mit Wasserschläuchen ist der Rasen nicht mehr ganz so gut bespielbar gewesen. Während des Jumbo-Finals wird dann schon mal der ganze Müll runter geschmissen damit sich die beiden Teams schon mal anschauen können, was ihnen im Falle einer Niederlage blüht. Unter Müll verstehen die Schweden aber auch Fernseher, Regale, Topfplanzen, Fischköpfe und noch viel mehr. Der Verlierer durfte den ganzen Scheiß dann aufräumen. Gerade aufgeräumt ging dann auf dem Rasen die Abschlussparty mit 1600 Leuten los. Das Ergebnis…Genau, am nächsten Tag durfte schon wieder aufgeräumt werden.

Das soll es mal wieder gewesen sein, mehr als einen weiteren Eintrag wird es wohl nicht mehr geben.

Hälsnigar fran Lund

Jetzt hab ich doch glatt den Ausflug nach Kullaberg vergessen. Also schnell den Artikel bearbeiten. Kullaberg ist eine Halbinsel im Norden von Helsingborg und steht komplett unter Naturschutz. Den besten Eindruck bekommt man beim Blick auf die Bilder. Wer hier mal irgendwann hinkommt und über die Autobahn in Richtung Norden fahren will, sollte den Nationalpark nicht links liegen lassen.

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